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Moccamaster Cup One – Ein Erfahrungsbericht

Es gibt wenige Firmen, die ihr Design über Jahre hinweg konsequent beibehalten. Die Foto-Marke Leica gehört da dazu. Das Logo wurde in all den Jahren nicht angepasst und Leica meint dazu: When you keep being different from everything, change makes no sense.
Und vielleicht haben sich das der Erfinder der Moccamaster auch gedacht. Das erste Moccamaster-Modell erschien 1968 und war als einfacher Haushaltskaffeebrüher gedacht. Das Produkt wurde ein Erfolg und hat heute – dank dem Filterkaffee-Trend – wieder Aufschwung erhalten. Zeit für einen Erfahrungsbericht.

Dieser Bericht bezieht sich auf die Moccamaster Cup One. Sie ist eine kleinere Version und unterscheidet sich in Grösse und Funktionsumfang. Details gibt es auf der Moccamaster-Webseite.
Die Cup One besticht durch ihr schlichtes Design, das stark an die 70er-Jahre erinnert: Quadratische Formen mit abgerundeten Kanten, einfache Schalter, viel Plastik. Trotzdem ist die Maschine wertig gebaut und macht einen robusten Eindruck.
Das Prinzip der Moccamaster ist einfach. Filter einsetzen (und vorspühlen). Dann die gewünschte Menge Kaffeepulver mahlen (kann die Maschine nicht) und die gewünschte Menge Wasser in den Wassertank geben. Moccamaster empfiehlt bei der Cup One 20 Gramm Kaffee auf 330ml Wasser. Es gibt beim Wassertank eine Markierung bei den 330ml.
Ist das gemacht, kann man den Start-Knopf drücken und die Maschine erledigt den Rest. Das Wasser wird auf 92 bis 96 Grad aufgeheizt und dann über den Kaffee “getröpfelt”.
Nach zwei bis drei Minuten, kann man den fertigen Kaffee geniessen.

Soweit so gut, aber was, wenn man ein bisschen genauer arbeiten möchte?
Grundsätzlich gilt natürlich – wie immer – frisch gemahler Kaffee und frisches (gefiltertes) Wasser. Wir können aber natürlich mit der Kaffeepulver-Menge spielen und diese vorher genau abwägen. Und auch das Wasser können wir auf den Milliliter genau in den Tank geben. So bekommen wir schon sehr ein konstantes Resultat. Und nach ein paar Versuchen hat man auch ein gutes Gefühl für Wasser-Durchfluss-Geschwindigkeit.
Sobald man genau arbeitet, ist der Aufwand derselbe, wie wenn man einen Filterkaffee “von Hand” macht. Kaffee wägen, Kaffee mahlen, Wasser genau abwägen. Einzig das giessen nimmt einem die Maschine ab.
Wenn man sich die Maschine aber in die Küche stellt und morgens nur Kaffeemenge und Wasser abmessen muss und die Maschine macht den Rest ist das aber irgendwie ein schönes Gefühl. Ein bisschen Lifestyle. Ein bisschen 80er-Jahre. Und der Kaffee ist trotzdem aller Ungenauigkeiten ein Genuss. Vielleicht liegt ja in dieser Ungenauigkeit die Schönheit der Moccamaster?